Tennis­­turniere für Tennis­anfänger

Erfahre, wie ein Tennisturnier abläuft

Wie funktionieren Tennisturniere?

Viele Tennisanfänger haben die eigene Schlagtechnik auf dem Tennisplatz verbessert und sind hochmotiviert endlich an einem Tennisturnier das Gelernte anzuwenden. Aber wie läuft eigentlich ein Tennisturnier ab? Was gibt es auf einem Tennisturnier zu beachten?

 

Für alle Tennisspieler geht es beim Tennisturnier um Ruhm und Ehre und bei den professionellen Tennisspielern um sehr viel Geld. Im Einzel kann sich am Ende des Turniers lediglich ein Tennisspieler Turniersieger nennen. Alle anderen Turnierteilnehmer haben ein Tennismatch verloren. Nachfolgend haben wir dargestellt, was Tennisanfänger über Tennisturniere wissen müssen – viel Spaß beim Lesen.

1. Tennisturnier Aufbau

Alle Tennisspieler haben beim Tennisturnier das gleiche Ziel: den Turniersieg. Die Anzahl der Teilnehmer und der Turniermodus kann variieren. Nachfolgend beschreiben wir den chronologischen Turnierablauf:

a) Meldeschluss

Für alle Tennisturniere gibt es einen Meldeschluss. Das ist das Datum bis zu dem sich Tennisspieler für das Turnier anmelden können.

b) Turnierauslosung

Nach dem Meldeschluss erfolgt die Turnierauslosung. Hier wird zwischen professionellen Tennisturnieren mit fester Anzahl an Teilnehmer und Amateur-Tennisturnieren unterschieden.

Während bei professionellen Tennisturnieren die Meldungen häufig die Kapazitäten übersteigen und Meldungen abgelehnt werden, wird bei Amateur-Tennisturnieren häufig die Feldgröße an die Anzahl der Meldungen angepasst, sodass alle Tennisspieler am Turnier teilnehmen dürfen.

Während bei professionellen Turnieren im KO-Turniermodus der Turniersieger ausgespielt wird, wird bei Amateur-Tennisturnieren zunächst der Turniermodus festgelegt:


Kästchenspiele

Die sogenannten Kästchenspiele werden häufig angewendet, wenn sich in einer Alterskonkurrenz nur sehr wenige Teilnehmer, z.B. bei 5 Meldungen, melden. Hierbei spielt Jeder gegen Jeden und am Ende wird zusammengerechnet wer die meisten Siege, Sätze und Spiele gewonnen hat. Es ist die einzige Turnierform bei der potenziell ein Tennismatch verloren werden kann, aber man am Ende trotzdem noch als Turniersieger hervorgehen kann.

KO-Hauptrunde mit Nebenrunde

Die KO-Hauptrunde mit Nebenrunde sichert jedem Teilnehmer mindestens zwei Tennisspiele zu. Jeder Turnierteilnehmer, der in der eigenen ersten Runde verliert wird auf die Liste der Nebenrunde geschrieben. Nachdem jeder Tennisspieler die erste eigene Runde gespielt hat und die Teilnehmer der Nebenrunde feststehen wird ein separates KO-Turnier ausgelost. So wird sichergestellt, dass Spieler die in der KO-Hauptrunde womöglich Lospech hatten eine erneute Chance bekommen. Bei der 2. Niederlage ist das Turnier allerdings auch vorbei.

KO-Hauptrunde mit Qualifikation

Die KO-Hauptrunde mit Qualifikation wird auf der Profitour angewendet. Sollten für eine festgesetzte Teilnehmeranzahl zu viele Meldungen eingegangen sein wird eine Qualifikation über 1-3 Runden gespielt.

Die Gewinner der Qualifikationsrunden qualifizieren sich für die KO-Hauptrunde. Daher wird die Qualifikation zeitlich vor dem KO-Hauptrundenstart gespielt. Sollte kurz vor Turnierstart noch ein Teilnehmer aus der KO-Hauptrunde bspw. wegen einer Verletzung die Teilnahme zurückziehen, kann ein sogenannter Lucky Loser, ein Spieler, der die letzte Qualifikationsrunde verloren hat, noch in die KO-Hauptrunde nachrücken.

Zusätzlich gibt es häufig noch sogenannte Wildcards, die an Spieler, die es unter normalen Umständen nicht für das Turnier qualifiziert hätten, vergeben werden. Häufig werden diese an Nachwuchstalente, Einheimische oder Publikumslieblinge vergeben.

Bei jeder Turnierauslosung, unabhängig vom Turniermodus werden die gemeldeten Tennisspieler entweder anhand der Weltrangliste, in Deutschland anhand der deutschen Rangliste bzw. der Leistungsklasse oder der vereinseigenen Rangliste sortiert.

Der nach diesen Kriterien beste Tennisspieler wird auf Position 1 gesetzt, der zweitbeste Tennisspieler auf Position 2, etc.

Bei folgenden Feldgrößen ergeben sich folgende Setzliste:

  • 8-er Feldgröße: 2 gesetzte Tennisspieler

  • 16-er Feldgröße: 4 gesetzte Tennisspieler

  • 32-er Feldgröße: 8 gesetzte Tennisspieler

  • 64-er Feldgröße: 16 gesetzte Tennisspieler

  • 128-er Feldgröße: 32 gesetzte Tennisspieler

Durch das Setzen der besten Turnierteilnehmer wird sichergestellt, dass nicht in der 1. Runde die Nummer 1 gegen die Nummer 2 spielt. Die Begegnung Nummer 1 gegen Nummer 2 ist somit erst im Finale möglich.

Sollten sich zum Beispiel 14 Spieler für ein Turnier melden, so erhalten die Nummer 1 und 2 der Setzliste in der ersten Runde ein Freilos, auch Rast genannt.

Die nicht gesetzten Spieler werden per Zufall oder per Losfee ausgelost.

c) Ansetzung der Turnierspiele

Der Turnierveranstalter hat nach der Auslosung die Aufgabe die ausgelosten Spiele zu terminieren. Hierzu gehört zum einen das Datum und die Uhrzeit, aber auch die entsprechende Platznummer.

Da Tennisspiele je nach Verlauf sehr unterschiedlich lang dauern können, sollten Turnierteilnehmer sowohl was die geplante Startzeit als auch die vorgesehen Platznummer Flexibilität mitbringen.

Im Normalfall werden auch auf Amateurebene maximal zwei offizielle Turnierspiele pro Tag angesetzt, sodass die Teilnehmer von intensiven und anstrengenden Tennisspielen regenerieren können.


Zudem haben wir mit unserem Tennis Glossar ein digitales Nachschlagewerk für sämtliche Tennisbegriffe erstellt

2. Bekannteste Tennisturniere: Grand Slams vs. Clubmeisterschaften

Tennisturnier Struktur

Es werden jährlich unglaublich viele Tennisturniere ausgerichtet. Von Grand Slams, über ATP und WTA-Turniere, Challengers, Futures, deutsche Ranglistenturniere, LK-Turniere bis zu den Clubmeisterschaften.

a) Grand Slam Turniere

Die vier Grand Slam Turniere Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open sind die berühmtesten Tennisturniere der Welt. Hier wird nicht nur um die größten Rekorde, sondern auch um das meiste Geld gespielt. Es wird in den Konkurrenzen Damen- und Herren-Einzel, Damen- und Herren-Doppel und Mixed gespielt. Alle Konkurrenzen werden parallel ausgetragen.

Bei 128-Teilnehmern in den Königsdisziplinen, dem Damen- und Herren-Einzel, und vorheriger Qualifikation über 3 Runden, müssen die Tennisspieler bis zu 10 Spiele gewinnen, um das Turnier siegreich zu beenden.

Die meisten Grand Slam Titel im Damen-Einzel zählen Margaret Court, Serena Williams, Steffi Graf, Helen Wills Moody, Chris Evert und Martina Navratilova. Neben Steffi Graf wurden Angelique Kerber und Cilly Aussem deutsche Grand Slam Champions.

Die meisten Grand Slam Titel im Herren-Einzel zählen Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Dokovic, Pete Sampras und Roy Emerson. Boris Becker und Michael Stich wurden deutsche Grand Slam Champions.

b) 1000er ATP- & WTA-Turniere

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren werden sogenannte 1000er Turniere ausgetragen bei denen die Turniersieger 1000 Weltranglistenpunkte erhalten. Es wird in den Konkurrenzen Damen- und Herren-Einzel, Damen- und Herren-Doppel gespielt. Allerdings werden die Damen- und Herren-Konkurrenzen meistens zeitversetzt und auch an unterschiedlichen Orten ausgetragen.

Die Feldgrößen reichen im Einzel von 128 bis 64 mit Rast für die gesetzten Spitzenspieler in der ersten Runde. Zusätzlich gibt es eine Qualifikationsmöglichkeit.


c) 500er und 250er ATP- & WTA-Turniere

Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren werden sogenannte 500er und 250er Turniere ausgetragen bei denen die Turniersieger 500 bzw. 250 Weltranglistenpunkte erhalten. Es wird in den Konkurrenzen Damen- und Herren-Einzel, Damen- und Herren-Doppel gespielt. Allerdings werden die Damen- und Herren-Konkurrenzen meistens zeitversetzt und auch an unterschiedlichen Orten ausgetragen.

Meistens finden mehrere Turniere parallel an unterschiedlichen Orten und Platzbelägen statt, sodass die Spieler nach den persönlichen Präferenzen die Auswahl treffen können.

Die Feldgrößen reichen im Einzel von 64 bis 32 mit teilweise Rast für die gesetzten Spitzenspieler in der ersten Runde. Zusätzlich gibt es eine Qualifikationsmöglichkeit.

d) Challenger Turniere

Während sich in den Turnierkategorien der ATP & WTA sehr gutes Preisgeld verdienen lässt, ist die Challenger Turnierkategorie eine Zwischenstufe, durch die sich die Spieler hocharbeiten müssen. Es wird in den Konkurrenzen Damen- und Herren-Einzel, Damen- und Herren-Doppel gespielt.

e) Future Turniere

In der Future Turnierkategorie wird erstmalig um Weltranglistenpunkte gekämpft. Es finden von Januar bis November wöchentlich mehrere Futures auf der ganzen Welt ausgetragen. In dieser Kategorie deckt das Preisgeld meistens nicht einmal die Aufwandskosten, sodass die Spieler draufzahlen.

Sobald ein Weltranglistenpunkt gewonnen worden ist, wird man in der Weltrangliste geführt.

Wie schwierig es wirklich ist einen Weltranglistenpunkt zu ergattern hat Felix Hütt, ein erfolgreicher Jugendspieler, selbst versucht und in seinem Buch: “Lucky Loser: Wie ich einmal versuchte in die Tennis-Weltrangliste zu kommen”* zum Mitfiebern beschrieben. Eine absolute Pflichtlektüre für jeden Tennisliebhaber.

f) Deutsche Ranglistenturniere
Unter der Future Turnierkategorie werden nationale Ranglistenturniere ausgerichtet. So werden auch verteilt in Deutschland jährlich viele Turniere angeboten. Mit einer hohen Position in der deutschen Rangliste, aber ohne Weltranglistenpunkt bzw. -platzierung besteht die Chance sich für die Qualifikation oder das Hauptfeld eines Futures zu qualifizieren.

Die Verbands- und Bezirksmeisterschaften zählen ebenfalls zu der Turnierkategorie der deutschen Rangliste.

In der deutschen Rangliste werden bei den Damen 500 und bei den Herren 700 Tennisspieler geführt. Alle weiteren Spieler werden über die Leistungsklasse eingestuft.


g) Leistungsklassenturniere (LK-Turniere)

In Deutschland hat jedes Vereinsmitglied über den Sportwart des eigenen Tennisclub die Möglichkeit eine Leistungsklasse beim Verband zu beantragen. Die Leistungsklasse reicht von 1,0 bis 25,0.

Jeder Sieg auf einem LK-Turnier gibt in Abhängigkeit der eigenen Leistungsklasse (LK) und der gegnerischen LK eine bestimmte Anzahl an Punkten, sodass sich die eigene Leistungsklasse ständig verbessern kann. Bei Inaktivität besteht die Möglichkeit bis auf LK 25,0 zurückzufallen.

In Deutschland finden regional jedes Woche mehrere LK-Turniere statt.

h) Clubmeisterschaften

Während sich zu LK-Turnieren jeder Spieler mit LK anmelden kann, dürfen bei den Clubmeisterschaften nur Clubmitglieder antreten. Daher wird hierbei auch nicht um Leistungsklassenpunkte gekämpft sondern um den ruhmreichen Titel des Clubmeisters.

Auch für Neumitglieder ohne eigene LK sind die Clubmeisterschaften eine tolle Möglichkeit erste Wettkampferfahrung zu sammeln.

3. Tennisturniere in Deutschland

In Deutschland locken jeweils 4 WTA- und 4 ATP-Turniere die Zuschauer auf ihre Tribünen.

 

Nachfolgend findest du eine Übersicht über die Turnierkategorie, Ort und Zeitpunkt.

 

WTA-Turniere (Damen):

  • 500er in Stuttgart im April

  • 250er in Köln im Mai

  • 500er in Berlin im Juni

  • 250er in Bad Homburg im Juni

 

ATP-Turniere (Herren):

  • 250er in München im April/Mai

  • 250er in Stuttgart im Juni

  • 500er in Halle im Juni

  • 500er in Hamburg im Juli

 

Um das Turnier gibt es üblicherweise eine gesamtes Rahmenprogramm von der Players Party über Autogrammstunden, Verlosungen, die Möglichkeit das Training der professionellen Tennisspieler zu besuchen bis hin zum leckeren Essen in der VIP-Lounge.

 

In jedem Fall lohnt sich ein Besuch, um das hochklassige Niveau der Weltspitze als auch die erstklassige Atmosphäre auf den deutschen Tribünen zu genießen. Die Turniere dauern eine Woche und häufig gibt es sogenannte Kinder- oder Familientage, wo die Zielgruppen mit rabattierten Eintrittspreisen angelockt wird.

4. Tennisturniersieger

Insbesondere für Tennisanfänger ist es nochmal wichtig zu erwähnen, dass es bei jedem Tennisturnier am Ende nur einen Turniersieger gibt. Auch der Finalist geht mit einer Niederlage im Gepäck nach Hause.

 

Das Verlieren eines Tennismatches gehört dementsprechend einfach zum Tennis dazu. Es gibt keinen Tennisspieler, der eine Saison ohne Niederlage gespielt hat.

 

Der Tennissport lehrt schlechten Verlierern zumindest mit Niederlagen umzugehen, um beim nächsten Tennisturnier wieder voll anzugreifen. Daher wird ein Tennismatch auch häufig im Kopf entschieden, wo der mental stärkere Tennisspieler am Ende das Tennismatch gewinnt.

 

Insbesondere Tennisanfänger, die den Wettkampfsport nicht gewohnt sind, können häufig in einem offiziellen Tennismatch ihr Trainingsniveau aufgrund von u.a. Nervosität nicht erreichen. Daher empfehlen wir jedem Tennisanfänger an jeglichen angebotenen Möglichkeiten ein Tennismatch unter Wettkampfbedingungen zu spielen teilzunehmen. Frei nach dem Motto Übung macht den Meister.

5. Exkurs: Tennisturnier Kreuzworträtsel

In Kreuzworträtseln findet sich häufig die Frage nach einem Tennisturnier und in Abhängigkeit der Anzahl der freien Buchstaben bieten sich die folgenden Lösungen an:

  • Open

  • USOpen

  • Masters

  • Grandslam

  • Wimbledon

6. Zusammenfassung und Fazit

Es bleibt festzuhalten, dass sich Tennisspieler auf dem Weg zum ganz großen Preisgeld durch viele Turnierkategorien und unterschiedlichen Turniermodi kämpfen müssen.


Am Ende eines Tennisturniers gibt es lediglich einen Turniersieger. Alle anderen Turnierteilnehmer sind durch eine Niederlage ausgeschieden und müssen die Niederlage möglichst schnell verarbeiten, um wieder bestmöglich ins nächste Tennisturnier starten zu können.


In Deutschland gibt es für Zuschauer insgesamt 8 Möglichkeiten die Spitzensportler in Stuttgart, Köln, Berlin und Bad Homburg jeweils bei WTA- Turniere und in München, Stuttgart, Halle und Hamburg jeweils bei ATP-Turniere zu beobachten. Ein Besuch auf der Anlage lohnt sich für jeden Tennisinteressierten.

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